
Jeder Tumor ist einzigartig.
Kennst du deinen Biomarker?
Biomarker können den Weg zu gezielteren und individuelleren Behandlungsmöglichkeiten eröffnen.
Kennst du deinen Biomarker?Verschiedene Symptome wie Husten, Atemnot, Brustschmerzen und Gewichtsverlust können auf Lungenkrebs hinweisen. Die erste Anlaufstelle für die Betroffenen ist meist die Hausärztin oder der Hausarzt. Falls der Verdacht sich verhärtet, erfolgt eine Überweisung an eine Fachärztin oder einen Facharzt zur genaueren Untersuchung.

Damit der Verdacht bestätigt werden kann, werden folgende Untersuchungen, die sogenannte Basisdiagnostik, durchgeführt:1
Neben der Anamnese und den Laboruntersuchungen bietet die Röntgenaufnahme die ersten Informationen zu einem möglichen Lungenkarzinom. Zur Bestätigung, ob es sich um eine bösartige Veränderung handelt, wird ein CT gemacht. Die Untersuchung der Gewebeprobe aus der Bronchoskopie (Lungenspiegelung) dient zur sicheren Diagnose.

Bei einer Lungenspiegelung wird ein Schlauch mit einer Kamera über die Atemwege zu den Lungen geführt. Dort kann mithilfe von einer kleinen Zange Gewebe entnommen werden. Proben von weicherem Lungengewebe werden mit einer Nadel gewonnen. Zusätzlich kann mit einer feinen Bürste ein Abstrich von tumorverdächtigen Veränderungen der Bronchienwand genommen werden.
Zur Einteilung des Lungenkarzinoms bezüglich des Gradings muss zunächst eine Gewebeprobe erst einmal histologisch untersucht werden. Hierbei werden die Zellen in unterschiedliche Zelltypen eingeteilt. Sind die Zellen gleich groß und gleich geformt, handelt es sich in der Regel um gesunde Zellen, die gemeinsame Merkmale und gewebsspezifische Aufgaben aufweisen. Diese Zellen werden als ausdifferenziert bezeichnet.
Sind die Zellen unterschiedlich groß und vielfältig geformt, spricht man von bösartig veränderten Zellen, welche untypische Merkmale und keine entsprechenden Funktionen für diese Zellart besitzen. Diese Zellen werden als nicht differenzierte Zellen bezeichnet.
| Grading | Beschreibung |
|---|---|
| G1 | Wenig entartet, langsames Wachstum, wenig aggressiv |
| G2 | Mäßig differenziert |
| G3 | Schlecht differenziert |
| G4 | Undifferenziert, schnelles Wachstum, aggressives Verhalten (Ausbreitung in benachbartes Gewebe) |
Die Veränderung der Krebszellen wird in vier verschiedene Grade eingeteilt. Dieses sogenannte Grading gibt Auskunft darüber, wie stark die Veränderung zu ausdifferenzierten Zellen ist.
Handelt es sich um bösartigen Lungenkrebs, ist eine schnelle Bestimmung der Art, also kleinzelliger- oder nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, wichtig. Mithilfe dieser Einteilung kann die Ärztin / der Arzt sich für einen optimalen Behandlungsplan entscheiden und diesen mit den Patient:innen besprechen.
Solltest du die Ergebnisse deiner Untersuchung nicht verstehen, zögere nicht aktiv nachzufragen. Wenn du deine Krankheit verstehst, dann kannst du aktiv mithelfen.
Verstehen hilft – frag nach.
Bei der Stadieneinteilung des Lungenkarzinoms geht es darum, festzustellen wie weit der Tumor bereits fortgeschritten ist. Dafür wird die international anerkannte TNM-Klassifikation verwendet. TNM steht dabei für Tumor-Lymphknoten (Nodes)-Metastasen.
Wie groß ist der Tumor?
Neben der Größe des Tumors ist es wichtig herauszufinden, ob er bereits angrenzende Organe oder Strukturen befallen hat. Die Stadieneinteilung erfolgt von T0 bis T4.



Sind bereits Lymphknotenmetastasen vorhanden?
Ebenso sind die Anzahl und der Ort von Lymphknotenmetastasen von Bedeutung.



Sind bereits Metastasen in anderen Körperbereichen oder Organen zu finden?
Die Ausbreitung der Krebszellen in andere Körperbereiche oder Organe wird als Fernmetastase bezeichnet und kann in die Stadien M0 bis M1 eingeteilt werden.


Um herauszufinden, wie groß der Tumor ist, ob Lymphknoten betroffen sind und ob sich Metastasen gebildet haben, sind weitere Untersuchungen erforderlich. Dazu gehören z. B. bildgebende und endoskopische Verfahren, wie:
Welche dieser Untersuchungen vorgenommen werden, ist patientenindividuell zu entscheiden. Die Ergebnisse helfen dabei, das Lungenkarzinom optimal und individuell zu behandeln.
Dieser Link führt dich auf die Website des Leitlinienprogramms Onkologie. Für deren Inhalte ist allein das Leitlinienprogramm verantwortlich, Boehringer Ingelheim hat darauf keinen Einfluss.
Zur Einteilung der Stadien muss zwischen klein-und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs unterschieden werden.
| Stadium | Beschreibung |
|---|---|
| Stadium I | Beschreibt einen örtlich begrenzten Tumor, wobei keine Lymphknoten befallen und keine Fernmetastasen vorhanden sind. |
| Stadium II | Weist einen kleineren Tumor auf, welcher in Lymphknoten gewandert sein kann. |
| Stadium III | Steht für einen fortgeschrittenen Tumor, welcher bereits in die Lymphknoten gestreut hat oder für einen großen Tumor, welcher bereits in das umliegende Lungengewebe gewandert ist. |
| Stadium IV | Sind bereits Fernmetastasen vorhanden, unabhängig von der Größe des Tumors. |


Beim kleinzelligen Lungenkarzinom wird die Einteilung mithilfe der TNM-Klassifikation vorgenommen. Eine ältere Klassifikation unterscheidet hierbei noch zwischen begrenzter (Limited Disease) und ausgedehnter (Extensive Disease) Krankheitsausdehnung.
Die Limited Disease wird zu den Stadien I bis III gezählt, während die Extensive Disease dem Stadium IV zugewiesen wird.
Bei der Einteilung des Tumorstadiums gibt es noch eine Besonderheit - die Oligometastasierung (meist bei nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom). Bei dieser befinden sich die Betroffenen in einem Stadium zwischen lokal begrenzt und stark gestreut. Oligometastasen bedeutet, dass der Tumor nicht weit gestreut hat und bis zu 5 Metastasen in wenigen Organen zu finden sind. Ob es sich um eine Oligometastasierung handelt, spielt eine große Rolle bei der Behandlungsentscheidung.
Sprich dein Behandlungsteam darauf an.
Biomarker sind messbare Merkmale des Tumors, etwa bestimmte Gene oder Eiweiße, die Hinweise darauf geben können, wie sich der Krebs verhält und worauf er reagiert. Eine Bestimmung dieser Marker hilft, die Erkrankung genauer einzuordnen und die Behandlung patientenindividuell abzustimmen. So lässt sich gezielt herausfinden, welche Therapie im Einzelfall am besten wirken kann.
Biomarker erfüllen zwei Aufgaben: Manche zeigen den voraussichtlichen Verlauf der Erkrankung an (Prognose), andere geben den Ausschlag für die Therapiewahl. Beim nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom werden unter anderem EGFR, ALK, MET, ROS1, BRAF, RET, NTRK1, KRAS und HER2 (bzw. ERBB2) sowie PD-L1 bestimmt. Sie zeigen, ob eine zielgerichtete Therapie oder Immuntherapie infrage kommt. Frage deshalb dein Behandlungsteam nach dem Biomarker-Status deines Tumors.
Schau dir hierzu auch unsere Checkliste und Themenseite zu Biomarker an.
Im frühen Stadium von Lungenkrebs sind nur selten Beschwerden zu bemerken, weshalb eine Untersuchung zur Erkennung aktiv vorgenommen werden muss.
Seit April 2026 können Personen zwischen 50 und 75 Jahren mit starkem Tabakkonsum an der Lungenkrebs-Früherkennung teilnehmen. Dabei wird einmal im Jahr eine strahlungsarme Computertomographie (Niedrigdosis-CT) gemacht.

Welche Symptome auf Lungenkrebs hinweisen können und ob du für das Früherkennungsscreening in Frage kommst, kannst du online nachschauen.
Dieser Link führt dich auf die Website des Bundesverbands Selbsthilfe Lungenkrebs e.V. Für die dortigen Inhalte ist der Verband verantwortlich, Boehringer Ingelheim hat darauf keinen Einfluss. Das Ergebnis der Online-Prüfung ersetzt keine ärztliche Beratung.
Lungenkrebs betrifft nicht nur Raucher:innen. Auch Menschen, die nie geraucht haben, können erkranken – besonders häufig sind hier Frauen betroffen. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Erkrankungen bei Nichtrauchenden und bei Frauen gestiegen.
Während bei älteren Betroffenen meist das Rauchen die Ursache ist, spielen in der jüngeren Generation oft bestimmte genetische Veränderungen im Tumor eine Rolle.11 Die Voraussetzungen für das Früherkennungsscreening berücksichtigen diese Gruppe bislang nicht – junge Nichtraucher:innen haben derzeit keinen Zugang dazu.
Umso wichtiger ist: Nimm anhaltende Beschwerden ernst und lasse sie ärztlich abklären, unabhängig von Alter und Rauchverhalten.

Dieser Link führt dich auf die Website des Krebsinformationsdienstes. Für die dortigen Inhalte sind die Betreiber der Seite verantwortlich.
Zur Diagnose von Lungenkrebs stehen verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Welche davon im Einzelfall notwendig sind, hängt von der jeweiligen Situation ab. Nachfolgend wird erklärt, was bei den Untersuchungen jeweils geschieht und welchem Zweck sie dienen.

Dieser Link führt dich auf die Website des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums. Für deren Inhalte ist allein der Krebsinformationsdienst verantwortlich, Boehringer Ingelheim hat darauf keinen Einfluss.
Hinter einem Ergebnis steht nicht die Meinung eines Einzelnen, sondern ein ganzes Team. Onkologische Befunde werden im sogenannten Tumorboard besprochen – einer regelmäßigen Konferenz, in der Fachleute aus Radiologie, Lungenheilkunde, Thoraxchirurgie, Onkologie, Strahlentherapie und Pathologie gemeinsam auf den Fall schauen. So fließen viele Blickwinkel in eine Empfehlung ein.
Grundlage sind dabei die aktuellen medizinischen Leitlinien. Sie fassen den derzeitigen Stand der Wissenschaft zusammen und stellen sicher, dass die Behandlung anerkannten Standards entspricht. Zugleich wird jede Empfehlung individuell abgewogen – der konkrete Befund, Vorerkrankungen und die persönliche Lebenssituation spielen eine Rolle.
Das Ergebnis dieser Beratung wird anschließend in Ruhe mit dir besprochen. Es wird nichts ohne dich entschieden. Du hast immer ein Mitspracherecht, wie es weitergeht.
Nach einem auffälligen Befund geht es darum, Art und Ausbreitung des Tumors genau zu bestimmen, die Grundlage für deine spätere Behandlung.1 Diese Phase dauert in der Regel ein bis drei Wochen. Diese gründliche Abklärung ist entscheidend, denn je genauer der Tumor charakterisiert ist, desto individueller kann deine Behandlung darauf abgestimmt werden. Ein wichtiger Schritt für deinen weiteren Weg.

Frage nach einem Zeitplan. Gleich zu Beginn lohnt die Frage „Wie geht es jetzt konkret weiter?“. So weißt du, welche Schritte wann anstehen und du kannst dich besser darauf einstellen.

Diagnostik und Festlegung der Therapie erfolgen üblicherweise in einem spezialisierten Zentrum. Dort wird dein Fall im Tumorboard besprochen und ein individueller Behandlungsvorschlag erarbeitet. Dieser wird dir in einem persönlichen Gespräch erläutert – Zeit für Fragen und Bedenken gehört ausdrücklich dazu.14

Die weitere Versorgung findet anschließend meist wohnortnah statt – in enger Abstimmung zwischen Zentrum, Praxis vor Ort und deinem Behandlungsteam.15
Auch wenn in dieser Zeit viel auf einmal zusammenkommt, gilt: Du musst nichts überstürzen. Es bleibt Zeit, in Ruhe zu überlegen und Angehörige einzubeziehen. Nach Untersuchungen und Klinikaufenthalten erhältst du einen Arztbrief. Er fasst Befunde, Diagnose und geplante Behandlung zusammen und geht auch an deine weiterbehandelnden Ärztinnen oder Ärzte.

Lasse dich durch Fachbegriffe und Abkürzungen nicht verunsichern. Lies nach, was sie bedeuten.
Dieser Link führt Sie zu einem PDF auf der Website des Krebsinformationsdienstes. Für die dortigen Inhalte sind die Betreiber der Seite verantwortlich.
Schon kleine Schritte helfen dir, den Überblick zu behalten und dich sicherer zu fühlen.
Eine Krebsdiagnose wirft viele Fragen auf. Bleibt eine Unsicherheit oder steht eine weitreichende Behandlung an, kann es beruhigend sein, den Befund von weiteren Fachleuten einschätzen zu lassen. Eine Zweitmeinung stellt niemanden infrage – sie schafft Klarheit. Oft bestätigt sie den bisherigen Weg, manchmal zeigt sie zusätzliche Möglichkeiten auf.
Der Weg dorthin ist unkompliziert: Sprich dein Anliegen offen im Behandlungsteam an – ein Wunsch nach einer Zweitmeinung ist üblich und wird nicht als Misstrauen verstanden. Für die Begutachtung werden Befunde, Bilder und Gewebeproben benötigt; diese werden dir auf Wunsch zur Verfügung gestellt. Anlaufstellen sind zertifizierte Lungenkrebszentren und Universitätskliniken. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel – ein Anruf bei deiner Krankenkasse schafft vorab Sicherheit.
Jedes Verfahren liefert einen anderen Baustein: Art des Tumors, genaue Lage, Ausbreitung im Körper und die molekularen Eigenschaften. Erst das Gesamtbild ermöglicht eine passgenaue Therapieplanung. Was im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet das Behandlungsteam.
Die Entnahme erfolgt meist unter örtlicher Betäubung oder leichter Sedierung, sodass sie kaum spürbar ist. Je nach Lage des Tumors geschieht sie über eine Nadel durch die Haut oder über eine Bronchoskopie (Einführung eines dünnen Schlauchs über die Atemwege).
Bei der Gewebe-Biopsie wird eine kleine Gewebeprobe entnommen, bei der Liquid Biopsy genügt eine Blutentnahme, in der Spuren des Tumors gesucht werden. Die Blutuntersuchung ist besonders schonend – sie ersetzt die Gewebeprobe aber nicht.
Das hängt von den einzelnen Untersuchungen ab. Bildgebende Befunde liegen oft rasch vor, die Auswertung der Gewebeprobe inklusive Biomarker-Analyse kann einige Tage in Anspruch nehmen. Auch wenn diese Tage Geduld erfordern: Es lohnt sich, die vollständigen Ergebnisse abzuwarten. Erst die Biomarker-Analyse zeigt, ob eine zielgerichtete Therapie infrage kommt – ein wichtiger Schritt für eine passgenaue Behandlung.

Deine Behandlung sollte dazu passen. Verstehe die Besonderheiten deines Tumors.
Finde eine Behandlung, die zu dir passen könnte. Biomarker können einen Zugang zu zielgerichteten Therapien ermöglichen.

Was bedeutet das für dich? Wenn dein Tumor eine HER2 (ERBB2)-Mutation aufweist, könntest du für eine zielgerichtete Therapie geeignet sein. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.
Deine Behandlungsmöglichkeiten.
Deine Bedürfnisse und Ziele sollten Teil der Behandlungsentscheidung sein. Traue dich Fragen zu stellen und anzusprechen, was dich bewegt.
Zu den Checklisten.ALK, Anaplastische-Lymphom-Kinase; BRAF, B-Raf-Protoonkogen; CT, Computertomographie; EGFR, Epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor; ERBB2, AErb-B2-Rezeptor-Tyrosinkinase 2; G1 bis G4, Grading, Grad der Zellveränderung; HER2, Humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2; KRAS, Kirsten-Ratten-Sarkom-Onkogen; M, Metastasen; MET, Mesenchymal-epithelialer Transitionsfaktor; MRT, Magnetresonanztomographie; N, Lymphknoten, engl. Nodes; NTRK1, Neurotrophe Tyrosin-Rezeptor-Kinase 1; PD-L1, Programmed Death-Ligand 1; PET, Positronenemissionstomographie; PET-CT, Kombination aus PET und CT; RET, RET-Protoonkogen, engl. REarranged during Transfection; ROS1, ROS-Protoonkogen 1; T, Tumor; TNM, Tumor, Lymphknoten (Nodes), Metastasen